Google Wallet: Hat die Geldbörse ausgedient?

26. Mai 2011

Mit Google Wallet sollen künftig nicht nur Kreditkarten, sondern die ganze Geldbörse ausgedient haben.

Am Nachmittag des 26.05.2011 hat Google sein neustes Produkt vorgestellt. Basis des Systems ist Near Field Communication, eine Nahfunktechnik welche unter anderem in Googles Android-Smartphone Nexus S und in einigen Varianten des Samsung Galaxy S2 zu finden ist.

Für die Wallet-Nutzer dürfte sich bei Erfolg von Googles System künftig die an Kassen verbrachte Zeit deutlich verkürzen: Einfach mit dem Wallet-fähigen Smartphone das Kassenterminal berühren, als sicherheitsbewusster User noch die PIN eingeben und fertig — Die Ware ist bezahlt, die Google Offers Gutscheine wurden eingelöst, die Bonusprogrammkarte vorgezeigt und der Kassenbeleg landet digital auf dem Smartphone.

Bezahlt werden kann während des aktuellen Feldtests in den USA (San Francisco, New York) bereits bei allen MasterCard PayPass Akzeptanzstellen — weltweit gibt es bereits über 300.000. An Bankkarten stehen derzeit von der Citi-Gruppe ausgegebene MasterCards und Googles Prepaid-Kreditkarte Gcard, eine Kooperation mit MasterCard, zur Verfügung.

An Sicherheit wurde auch gedacht: Die PIN-eingabe ist verpflichtend, die Kreditkartendaten werden verschlüsselt und die Kartennummer wird nie vollständig angezeigt. Ob dies genügt um die Nutzer zu schützen wird sich in der Praxis noch zeigen müssen.

Nach Googles Schätzungen sollen 2014 bereits 50% aller Smartphones mit NFC ausgeliefert werden. Nutzer ohne NFC-fähige Geräte können voraussichtlich einen Teil der Wallet-Funktionalität nutzen, indem Sie die Wallet-App auf ihrem Gerät installieren. Etwas mehr Möglichkeiten erhält der Nutzer durch zusätzliches Verwenden einer Bankkarte in Form eines Stickers, der etwa auf ein Mobiltelefon aufgeklebt werden kann. Sticker und App könnten digital verknüpft werden, sodass die App jederzeit über die neusten Transaktionen informiert wäre.

Der Erfolg des Systems scheint Google am Herzen zu liegen: Man will das System offen gestalten und ist für alle Partner offen — einschließlich Apple (iPhone), Microsoft (Windows Phone 7) und RIM (BlackBerry). Die Offenheit geht so weit, dass der Zugang zur virtuellen Geldbörse für Partnerunternehmen, große wie kleine, kostenlos sein soll. Google sucht demnach also sein Glück wohl im angestammten Geschäftsfeld: Dem Werbemarkt. Angedacht sind hier neben von Groupon und Citydeal bekannten Tagesangeboten bereits Check-In-Angebote a la Facebook Places oder Foursquare sowie Werbeformate mit integrierten Angeboten.

Wird sich Googles System durchsetzen? Nicht jedes Projekt des Internetriesen war ein Erfolg. Auch die Konkurrenz, allen voran Apple, Microsoft und RIM, schläft nicht. Dennoch dürften Googles Chancen gut stehen: Wenn die angepriesene Offenheit tatsächlich umgesetzt wird, kann hier schnell ein komplexes Ökosystem entstehen, dessen Teilhaber sich gegenseitig im Wachstum fördern und vor äußeren Angriffen schützen können.

Apple iPad/iPhone: NFC schon diesen Sommer?

25. Januar 2011

Die Einführung eines Mobile-Payment-Systems auf Basis von Near Field Communication plane Apple bereits für das iPad 2 und das nächste AT&T-iPhone. So sagte jedenfalls laut Bloomberg Richard Doherty, Geschäftsführer des Beratungsunternehmens Envisioneering Group. Basis für diese Funktionalität könne iTunes sein. Über das für Mobile Payment besonders wichtige Secure Element würde Apple selbst die Kontrolle behalten.

Wie auch NFCTimes berichtet, wird Apple jedoch den Schwerpunkt vermutlich auf andere Anwendungen als Mobile Payment legen. Eine wird sicherlich sein, mit NFC die User Experience zu verbessern – insbesondere in der Interaktion mit anderen Apple-Produkten, was den Verkaufszahlen nicht schädlich sein sollte. Noch wichtiger könnte jedoch kontextorientierte Interaktion mit Werbemedien durch Berühren mit dem NFC-Smartphone werden: Derartige Interaktionen könnten mit einer Einverständniserklärung zur Zusendung von Werbung verbunden werden. Neben dem direkten Einsatz in der Kommunikationspolitik wäre hierbei auch die indirekte Verbindung zur anderen Elementen im Marketing-Mix möglich, etwa zur Distributionspolitik. Apple könnte dabei, wie auch derzeit, die Kontrolle über die Kundendaten selbst behalten und so Entgelt für die künftige Ansprache des Kunden verlangen.

In der Vergangenheit hat Apple jedoch auch schon vor der Einführung neuer Technologien abgewartet und konnte so aus den Fehlern anderer lernen. Da Apple wie gewohnt zu Gerüchten schweigt, ist also weiterhin ungewiss, inwieweit die Gerüchte um NFC in der für diesen Sommer erwarteten nächsten Gerätegeneration den Tatsachen entsprechen.

Klar ist aber, dass Apple langsam in Zugzwang kommen könnte, denn die Konkurrenz ist bereits einige Schritte voraus: Google hat bereits im Dezember 2010 sein erstes NFC-fähiges Smartphone, das Google Nexus S auf Basis von Android 2.3, veröffentlicht. Nokia hat, wie berichtet, ebenfalls schon im vergangenen Jahr mit dem Verkauf seines ersten serienreifen Smartphones mit Near-Field-Communication-Chip begonnen: Dem Nokia C7-00, welches weiterhin auf ein Software-Update zur Aktivierung von NFC wartet. RIM soll mittlerweile NFC-Chips für kommende BlackBarrys eingekauft haben. Auch Palm plant für kommende Geräte mit webOS 2.0 Engadget zufolge den Einsatz von Near Field Communication.

Plant Apple eine fest eingebaute SIM-Karte für iPhone/iPad?

30. Oktober 2010

Wie Heise berichtet, zieht Apple anscheinend in Erwägung, in Zusammenarbeit mit Gemalto die SIM-Funktion fest in künftige iPhones und iPads einzubauen. Den gewünschten Netzanbieter könnte der Nutzer dann über iTunes auswählen. Eine herkömmliche SIM-Karte könnte man wohl nicht mehr verwenden.

Eine fest integrierte SIM-Karte hätte für Apple bei einer Einführung von NFC einen wesentlichen Vorteil: Das vermutlich einzige SE im Gerät befindet  sich dann in Apples Eigentum, der Zugang hierzu kann entgeltlich angeboten werden.

Nokia C7 Smartphone mit NFC-Chip

11. Oktober 2010

Das seit heute weltweit erhältliche Symbian^3 Smartphone Nokia C7 wird laut einer Meldung der NFC Times mit einem integrierten NFC-Chip ausgeliefert. Die Funktion wird derzeit noch nicht beworben und soll erst später über ein Softwareupgrade aktiviert werden. Welche NFC-Funktionen unterstützt werden, ist derzeit noch unklar.

Das Nokia C7 ist legt viel Gewicht auf Social Networking, so dass es für Anbieter wie Facebook oder Xing auch als Testfeld für die Kombination von NFC und Social Networking interessant sein könnte.

Quelle:  NFC Times

Lesesoftware für QR-Codes und Microsoft Tag

5. September 2010

Um visuelle Tags wie zum Beispiel QR-Codes oder Microsoft Tag zu lesen, ist passende Hardware und Software Voraussetzung. Die Hardwareseite steht heute bereits vielen zur Verfügung: Ein gewöhnliches Mobiltelefon mit ausreichend guter Kamera genügt. Softwareseitig sieht die Sache schon etwas anders aus: Dass Lesesoftware vorinstalliert ist, ist noch immer die Ausnahme. Nutzer müssen die Software also bei der ersten Verwendung visueller Tags selbst installieren.

Möchte man QR-Codes lesen, hat man dabei die Qual der Wahl: Es gibt dutzende Anbieter von meist kostenloser Lesesoftware. Jede einzelne hat ihre eigenen Stärken und Schwächen. Einige Angebote sind in der Tabelle unten aufgelistet.

Welchen dieser QR-Code-Reader sollte man nun verwenden? Die Antwort darauf hängt zunächst vom verwendeten Mobiltelefon ab. Kein einziger Reader ist für alle geeigneten Mobiltelefone verfügbar. Die Auswahl erleichtern können Hilfsdienste wie reader.celloon.mobi oder READERload.de: Eine kurze SMS abschicken, Link in der Antwort-SMS öffnen und schon erhält man eine Liste kompatibler Lesesoftware. Deren Installation kann man jetzt mit einem Knopfdruck starten.

Nutzer von Microsoft Tag haben es bei der Auswahl der Lesesoftware einfacher: Es gibt nur eine einzige, mit der sich aber jedes MS Tag auslesen lässt. Zumindest, solange Microsoft sich nicht entscheidet, seinen Dienst einzustellen. In diesem Fall könnte kein einziges Tag mehr ausgelesen werden. Hier wäre also eine großzügige Laufzeitgarantie seitens Microsoft angebracht.