Leseprobe

Im Folgenden finden Sie den Abschnitt 2.1 (Seiten 9 — 13) des Buches zum Probelesen. Diese Seiten können Sie auch als PDF herunterladen und ausdrucken: Download… (PDF)

2  Mobile-Tagging-Systeme

Wir haben bereits geklärt, worin die Motivation für dieses Buch besteht, welche Zielsetzung es verfolgt, wie Mobile Tagging verstanden wird und wie wir bei der Betrachtung des Themas vorgehen werden.
In diesem Kapitel werden wir uns nach einem einführenden Beispiel einen Überblick über Mobile-Tagging-Systeme für Mobiltelefone verschaffen. Dabei werden wir einige Systeme für eine nähere Betrachtung im Folgekapitel auswählen.

2.1  Grundlegendes

Bevor wir uns damit auseinandersetzen, durch welche Techniken Mobile Tagging möglich wird, noch ein Beispiel zum besseren Verständnis des Nutzens von Mobile Tagging:
Beispiel 1 — Mobile Tagging: Oft ergibt sich eine Aktion aus dem Kontext, während man unterwegs ist. Etwa könnte sich jemand für ein Plakat interessieren und noch vor Ort die angegebene Informationswebseite am Handy ansehen wollen, also eine Physical Mobile Interaction durchführen wollen. Betrachten wir, welche Schritte hierzu ohne Mobile Tagging notwendig sind, wenn wir das Featurephone [G?] [?G] Ein Begriff aus dem Mobile Business, mit dem Handys beschrieben werden, die kein Smartphone sind aber über gehobene Ausstattung verfügen. Sony Ericsson K850i nutzen: [H?] [?H] Basierend auf eigenen Versuchen mit dem Sony Ericsson K850i.
  1. Taste »Menü« drücken.
  2. Taste »nach oben« drücken, Taste »Wählen« drücken.
  3. Taste »nach unten« drücken, Taste »Bearbeiten« drücken.
  4. Die am Plakat aufgedruckte Internetadresse eingeben — für die Adresse http://www.hs-regensburg.de sind dazu etwa bei fehlerfreier Eingabe 36 Tastendrücke notwendig.
  5. Die Internetadresse bestätigen.
  6. Warten bis die Webseite geladen wurde.
  7. Bei Eingabefehler: zurück zu Schritt 4.
In Abbildung 2.1 ? sind diese Schritte noch einmal abgebildet.
Ausgangspunkt
(a)  Ausgangspunkt
Menü
(b)  Menü
Webbrowser-Menü
(c)  Webbrowser-Menü
Eingabe der Internetadresse
(d)  Eingabe der Internetadresse
Geladene Webseite
(e)  Geladene Webseite
 
Meldung bei falsch eingegebener Internetadresse
(f)  Meldung bei falsch
eingegebener Internetadresse
Abbildung 2.1  Aufruf einer Webseite am Beispiel des Sony Ericsson K850i (Eigene Fotos)
Selbst ein geübter Nutzer benötigt Zeit und Geduld, um sie durchzuführen, und kann nach einigen Fehlversuchen frustriert aufgeben. Unerfahrene Anwender würden vielleicht noch nicht einmal wissen, dass ihr Handy eine Internetseite öffnen kann.
Hätte dieses Plakat ein Tag und das verwendete Handy eine Software zum Auslesen von Tags, so wären nur folgende Schritte notwendig und gleichzeitig Tippfehler ausgeschlossen:
  1. Aktivieren der Tag-Lesefunktion — je nach Art des Lesegerätes kann dies auch halb- oder vollautomatisch geschehen [I?] [?I] Das Nokia 6212 classic kann NFC-Tags vollautomatisch erkennen. .
  2. Erfassen des Tags — bei NFC-Tags durch kurzes Berühren des Plakates an der gekennzeichneten Stelle mit dem Handy.
  3. Die Internetadresse bestätigen.
  4. Warten bis die Webseite geladen wurde.
Bei der Variante mit Tags entfallen durch die Maschine-Maschine-Interaktion zwischen Handy und Tag einige Schritte in der Mensch-Maschine-Interaktion zwischen Nutzer und Handy. Der Benutzer muss dadurch nur noch eine einzige Taste drücken. Er kommt also dank Mobile Tagging bei dieser Physical Mobile Interaction schneller an das Ziel. Bei einer hohen Verbreitung der notwendigen Techniken könnte für unerfaherne Nutzer ein Hinweis wie »hier mit dem Handy berühren« [J?] [?J] Im Falle von NFC. angebracht werden. Der Nutzer muss dann nicht einmal wissen, dass sein Handy internetfähig ist. Und erreicht gleichzeitig mit einer höheren Wahrscheinlichkeit als heute die Marketingbotschaften hinter der Internetadresse.
In Abbildung 2.2 ? sind Ein- und Ausgabeschnittstellen dargestellt, die in Handys bereits verbreitet sind oder deren Markteinführung für die nächsten Jahre angekündigt ist. Nur ein Teil davon kann zum Bereitstellen oder Auslesen von Tags und damit für Mobile Tagging genutzt werden.
Viele der Ein- und Ausgabeschnittstellen sind auf Mensch-Maschine-Interaktion ausgelegt, also nicht auf die Maschinenlesbarkeit optimiert, die wir für Tagging benötigen. Darunter fallen in der Abbildung alle haptischen Schnittstellen. Andere Schnittstellen sind zwar auf die Interaktion zwischen Maschinen ausgelegt, aber dennoch nicht für Interaktion mit Objekten geeignet. Darunter fallen alle positionsbasierten Schnittstellen und Fernfunkschnittstellen. Damit verbleiben noch drei Kategorien, die wir im Folgenden betrachten: akustisches, visuelles und funkbasiertes Tagging.
Ein- und Ausgabeschnittstellen am Handy
Abbildung 2.2  Ein- und Ausgabeschnittstellen am Handy (Eigene Abbildung)